Malen nach Zahlen bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart

Jeder kennt das: Malen nach Zahlen. Auf einem Blatt Papier (hier: Ermittlungsakte) befinden sich ganz viele Punkte (hier: Beweismittel aus der Ermittlungsakte), die eigentlich so miteinander mittels Linienziehung zu verbinden sind, daß eine lustige Figur (hier: hinreichender Tatverdacht) entsteht. Und weil ein Staatsanwalt schon per Gesetz dazu verpflichtet ist, gab sich unser Staatsanwalt ganz besonders große Mühe, die Punkte so zu nummerieren, daß eine möglichst schillernde Figur dabei herauskommt.

Also, beschloß unser Staatsanwalt eine Figur zu zeichnen, die so aussieht, wie der Besitz von Betäubungsmitteln – ganz genau der Besitz von exakt 47,67 Gramm Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von exakt 11,5% THC.

Was war passiert? Irgendwann kam der Verdacht auf, der Beschuldigte habe unbedarften jungen Damen eine Tüte mit der Bitte überreicht, diese zu seiner Wohnanschrift zu bringen. Neugierig, wie junge Damen eben manchmal sind, wurde dann die Tüte geöffnet und etwas erblickt, was die zwei Damen auf die Idee brachte, es könnte sich um Marihuana handeln. Das sagten Sie später dann auch alles der Polizei. Dort nahm man sich dann ausreichend Zeit und versuchte die Menge zu bestimmen. Die erste Zeugin sagte, es sei ein Ballen gewesen, vielleicht 35 cm lang und 7 cm im Durchmesser. Die zweite Zeugin sprach von einem Körper, der sie unwiderstehlich an ein ovales Ei erinnere, vielleicht 20 cm lang und 10 cm im Durchmesser ...

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