Abmahnbetrug für Anfänger – eine Handreichung für Ersttäter

von Malte Dedden

Wenn Ihnen seriöse juristische Arbeit nicht liegt oder die Anwaltstätigkeit weniger einbringt, als Sie es sich bei der Studienwahl erträumt hatten, sollten Sie über ein neues Geschäftsfeld nachdenken. Aufgrund jahrelanger Erfahrung in der Vertretung von Abgemahnten möchte ich Ihnen an dieser Stelle einige Hinweise geben, wie auch Sie sich durch Abmahnbetrug sanieren können.

Warum ausgerechnet Abmahnungen?

Die Wahl dieses Geschäftsfeldes hat im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen ermöglicht es die in Deutschland geltende Rechtslage, auch gegen Verbraucher mit einem teuren Instrumentarium vorzugehen, und zum anderen sind die Risiken deutlich geringer als beispielsweise beim Inkasso nicht bestehender Forderungen irgendwelcher Abofallen oder beim klassischen gewerbsmäßigen Betrug.

Was brauche ich?

Die Basisausstattung für den Abmahnbetrug besteht aus einem urheberrechtlich geschützten Werk, den zugehörigen Rechteinhabern, einer Ermittlungsfirma und eine Anwaltskanzlei. Optional können noch eine weitere Firma für die Rechteverwertung, ein Inkassounternehmen und eine oder mehrere weitere Anwaltskanzleien hinzugenommen werden.

Das Werk

Urheberrechtliche Abmahnungen basieren immer darauf, dass die Rechte an einem Werk verletzt werden. Nun werden Sie sicherlich nicht von großen Musikfirmen oder Filmstudios mandatiert werden. Dieses Klientel setzt leider jene Seriösität voraus, die Sie gerade nicht bieten wollen oder können. Außerdem neigen seriöse Rechtsinhaber dazu, den Schadensersatz für sich zu reklamieren, so dass die gewünschte Art der Beuteverteilung nicht möglich ist. Sie sollten sich also eine andere Nische suchen. Hier geht es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: die Version Trittbrettfahrer und die Version Trash.

Die Version Trittbrettfahrer

in dieser Variante machen Sie Rechte an einem Werk geltend, das zugleich Teil eines größeren Ganzen ist ...

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