Abfärbung: Beteiligung an einer gewerblich tätigen Mitunternehmerschaft

Bei Beteiligung einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft an einer gewerblich tätigen Mitunternehmerschaft mit abweichendem Wirtschaftsjahr tritt die Abfärbewirkung nach § 15 Abs. 3 Nr. 1 Alt. 2 EStG nur ein, wenn der Obergesellschaft im betreffenden Kalenderjahr nach § 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG ein Gewinnanteil i.S. von § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG zugewiesen ist ( (BFH 26.6.14, IV R 5/11 ).

Es ging um eine GmbH & Co. KG, die anfangs nur eigenes Vermögen verwaltete, dann aber eine Kommanditbeteiligung erwarb. Die KG war gewerblich, aber mit einem abweichenden Wirtschaftsjahr tätig. Dennoch erklärte die GmbH & Co. KG für das Streitjahr, in dem sie zwar an der KG beteiligt war, aber noch keine Gewinnanteile bezogen hatte, nur Einkünfte aus Kapitalvermögen. Das FA qualifizierte jedoch die gesamten Einkünfte des Streitjahres um. Zu einem ähnlichen Ergebnis war auch das FG gekommen.

Der BFH stellte jedoch klar, dass der Gewinn bei Gewerbetreibenden für das Wirtschaftsjahr zu ermitteln ist (§ 4a Abs. 1 S. 1 EStG). Wirtschaftsjahr ist bei Gewerbetreibenden, deren Firma im Handelsregister eingetragen ist, der Zeitraum, für den sie regelmäßig Abschlüsse machen (§ 4a Abs. 1 S. 2 Nr. 2 EStG). Weicht dieser Zeitraum vom Kalenderjahr ab, ist der Gewinn aus Gewerbebetrieb bei der Ermittlung des Einkommens in der Weise zu berücksichtigen, dass er als in dem Kalenderjahr bezogen gilt, in dem das Wirtschaftsjahr endet (§ 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG). § 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG nimmt damit auch eine zeitliche Zuordnung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor ...Zum vollständigen Artikel


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