Kommentar: Genehmigung von Atomstrom-Vergütungen widerlegen Gabriels EEG-Politik

von Dr. Peter Nagel

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!


Die EU-Kommission hat am 8. Oktober 2014 entschieden, dass staatliche Subventionen für den Bau und den Betrieb von zwei Reaktoren im britischen Atomkraftwerk Hinkley Point mit dem EU-Beihilferecht vereinbar seien. Damit wird der britischen Regierung eine staatliche Garantie für die Finanzierung sowie eine Einspeisevergütung in Höhe von 92,5 Pfund/MWh (das entspricht heute ca. 11,8 Cent/kWh) mit vollem Inflationsausgleich für eine Laufzeit von 35 Jahren genehmigt. Dies war die Bedingung des Investors EdF und seiner chinesischen Partnerunternehmen CGN und CNNC, da das milliardenschwere Projekt ohne die Unterstützung von Anfang an Verluste schreiben würde.


Zum Vergleich: große Wind- und Solarenergieanlagen erhalten in Deutschland nach dem EEG viel niedrigere Vergütungen, die zudem nur 20 Jahre und ohne Inflationsausgleich gezahlt werden. Das heißt, die Kosten für die Stromerzeugung aus den neuen britischen Atomreaktoren belaufen sich insgesamt auf mindestens das Doppelte (vgl. z.B. Prognos AG, 2014: http://bit.ly/1nebYVv).


Die Genehmigung der EU-Kommission zeigt also erneut, wie versucht wird, unbelehrbar und krampfhaft an alten umweltschädlichen und viel zu teuren Risikotechnologien festzuhalten. Da neue Atomkraftwerke schon längst nicht mehr konkurrenzfähig mit Erneuerbaren Energietechnologien sind (vgl. z.B. die neue Analyse der AEE (http://bit.ly/1t4LwAd) von 20 Studien zu Stromgestehungskosten), versuchen die von der Atomwirtschaft durchsetzte EU-Kommission und die britische Regierung für die Atomtechnologie zu retten, was zu retten ist.


Doch die Zeichen stehen ganz anders. Hinkley Point C wird nach Baubeginn das gleiche Schicksal erleiden wie alle anderen Atomneubauprojekte: unabsehbare Bauverlängerungen und Finanzdesaster. Gestern ist durchgesickert, dass auch der Neubau des russischen Atomkraftwerks in Kaliningrad eingestellt ist ...

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