Der gekündigte Arbeitnehmer

von Rainer Göhle


Oder: Der kündigende Arbeitgeber


Der Mitarbeiter nervt, „bringt die Leistung nicht“, klaut, ist unpünktlich, nie rasiert, frisiert und lügt? Oder so ähnlich? Aber er kündigt nicht? Aus Sicht des Arbeitnehmers: warum sollte er? Kein Job, dafür Sperrzeit.


Das Klischee-Szenario: der Mitarbeiter macht ständig Fehler, dann ist er häufig krank, besonders montags und freitags. Dann arbeitet er gar nichts. Kann nichts. Er mosert über die Kantine, den Dienstwagen (Opel), die langen Arbeitszeiten, die Kunden, den Kaffee, die Höhe der Prämie, die verregneten Wochenenden, Fußpilz. Er ist nicht teamfähig und außerdem 53.


Nach Jahren in der Arbeitgeberwüste bestehend aus Kündigungsschutz, Gewerkschaft, Betriebsrat, sieht der endsgenervte Personaler seine Chance. Kurz nach dem 40-jährigen Dienstjubiläum macht der Arbeitnehmer den entscheidenden Fehler, der nun definitiv und endgültig aufgrund seiner extremen Schwere das Faß zum überlaufen bringt: auf dem Weg von der S-Bahn zum Firmengelände vergißt er den Vorgesetzten zu grüßen, der am Horizont in etwa 1 - 2 km Entfernung vor ihm geht. Obwohl er ihn gesehen hat! Staffing! Bossing! Welche Respektlosigkeit. Zack! Abmahnung! Und am folgenden Tag gleich gekündigt, weil die Bleistifte auf dem Schreibtisch nicht gespitzt sind und nicht im rechten Winkel liegen.


Kann man machen, muss aber nicht klappen. Ebenfalls beliebt: nach Ablauf der Probezeit feststellen, dass die neue unfähig ist. Bringt doch tatsächlich die Leistung nicht. „Dabei haben wir schon in der Probezeit gesagt: das muss besser werden.“


Wer als Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis beenden will, arbeitet sauber und exakt oder bildet ein Budget. Eher "und bildet ein Budget". Sauber und exakt ist im Arbeitsrecht immer etwas unwägbar, seit Emily gibt es auch noch aufbrauchbares Vertrauen, daher gibt es in der Regel ein Budget. Irgendein Busget gibt es immer ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK