Verlobung im Gerichtssaal

Heiratsanträge und Eheversprechen an ungewöhnlichen Orten sollen momentan ja „im Trend“ liegen. Und auch in Hauptverhandlungen wird man immer wieder Zeuge – oftmals nicht ganz ernstzunehmender – Eheversprechen.

Anders offenbar gestern die Richterin der Schwurgerichtskammer am Landgericht Frankfurt: Ein 36-jähriger musste sich dort wegen versuchten Totschlags verantworten (§ 211, 22, 23 StGB). Er hatte während eines Trinkgelages im April dieses Jahres in der Wohnung seiner Lebensgefährtin im Frankfurter Ostend einen Bekannten mit einem Küchenmesser lebensgefährlich verletzt. Der Angeklagte bestritt den Tötungsvorsatz und schob die Tat auf einen „Filmriss“, nachdem er in größeren Mengen Alkohol getrunken habe.

Ja, ich will den Angeklagten heiraten

Die Richter erhofften sich Aufklärung durch die Zeugenaussage der Wohnungsinhaberin, die die einzige unmittelbare Tatzeugin war. Doch die 46-Jährige überraschte mit der Angabe, mit dem Angeklagten verlobt zu sein und deshalb ein Zeugnisverweigerungsrecht zu haben. Richterin Iris Möhrle und der Staatsanwalt nahmen die Frau danach intensiv in die Mangel und befragten sie zu den Hintergründen des Verlöbnisses, zum Zeitpunkt, dem Ort und anderen Einzelheiten ...

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