Klagen, immer klagen

von Rainer Göhle


Frage einiger CDMP-Kollegen: klagen denn alle Arbeitnehmer immer gegen eine Kündigung? Antwort des Anwalts: Normalerweise ja.


Eine Kündigung, gegen die keine Klage erhoben wird, ist wirksam und endgültig. Ende, aus, keine Abfindung, keine Wiedereinstellung. Klagefrist: 3 Wochen ab Zugang der Kündigung. Im Zweifel klagt man also sofort.


Für „kein Geld“ gibt es prinzipiell die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe. Allerdings wird im Rahmen der Prozesskostenhilfe über Raten nachgedacht und jedes Jahr wird geprüft, ob nicht entscheidende Einnahmen hinzu gekommen sind. Dann muss doch ein Teil oder das gesamte Honorar übernommen werden. Besser sind daher Rechtsschutzversicherungen.

Gewerkschaftsmitglieder werden über die DGB-Rechtsschutz vertreten. Wegen des hohen Kostenrisikos empfehle ich für Arbeitnehmer prinzipiell Rechtsschutzversicherungen. Anders als eine Auseinandersetzung wegen Reisemängeln, Betriebskostenabrechnung oder 31 km/h zu schnell gefahren, kosten Bestandsschutzklagen richtig Geld. Mehrere tausend Euro Anwaltskosten sind keine Seltenheit, sondern die Regel. Für die Kündigung errechnet sich der Streitwert üblicherweise aus dem Gehalt eines Vierteljahres. Egal wie lange das Arbeitsverhältnis schon dauert. Je nach Gehaltshöhe und damit Streitwert ergibt sich aus den Tabellen des RVG ein höheres oder niedrigeres Honorar.


Die kostengünstigste Lösung ist die Klageerhebung über die Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts. Diese Klageerhebung macht wenig eigene Mühe, kostet nichts, man muss aber warten bis man an der Reihe ist. Anschließend kann man sich mit einem Anwalt beraten und realistische Lösungen klären, selbst zu einem Gütetermin erscheinen und verhandeln ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK