Guck mal, ein Eichhörnchen

von Daniel Nowack

Süß sind sie ja, die kleinen Nager. Kommen sie einem im Straßenverkehr in die Quere, darf man jedoch keine Rücksicht auf sie nehmen, entschied das Amtsgericht München (Urteil vom 25.02.2014, Az. 331 C 16026/13) und ließ einen Unfallbeteiligten auf 25 Prozent seines Schadens sitzen.

Bremst ein Autofahrer aufgrund eines die Fahrbahn überquerenden Eichhörnchens sein Fahrzeug stark ab und fährt der nachfolgende Autofahrer daraufhin auf das vorausfahrende Fahrzeug auf, so spricht ein Anscheinsbeweis dafür, dass der Nachfolgende unaufmerksam war oder nicht den nötigen Abstand eingehalten hat. Er haftet daher zu 75 % für den Unfall. Da der Vorausfahrende wegen eines Kleintiers das Fahrzeug abbremste, hat dieser einen Haftungsanteil von 25 % zu tragen.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im März 2013 kam es zwischen zwei PKW zu einem Auffahrunfall. Zu dem Unfall kam es, weil eine Autofahrerin wegen eines die Fahrbahn überquerenden Eichhörnchens eine Vollbremsung tätigte und dabei das hinter ihr fahrende Fahrzeug auffuhr. Nachdem die Haftpflichtversicherung des Auffahrenden den Schaden zu 60 % regulierte, klagte der Halter des vorausfahrenden Fahrzeugs auf Zahlung der restlichen 40 %.

Das Amtsgericht München entschied nur teilweise zu Gunsten des Klägers. Ihm habe ein Anspruch auf Zahlung von weiteren 15 % zugestanden. Denn das Gericht ging von einer Haftungsverteilung von 75 % zu 25 % zu Lasten des Auffahrenden aus. Der Anscheinsbeweis habe nach Ansicht des Amtsgerichts dafür gesprochen, dass der Auffahrende schuldhaft den Unfall verursachte ...

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