Begriffe des Verkehrsrechts, Teil 13: der Bagatellschaden

von Daniel Nowack

Die Welt der Juristen lebt von unzähligen Fachbegriffen. In meiner Ratgeberreihe “Begriffe des Verkehrsrechts” werde ich, welch Überraschung, einige Grundbegriffe, mit denen man im Rahmen verkehrsrechtlicher Probleme immer wieder rechnen muss, verständlich erläutern bzw. dies zumindest versuchen. So sollen Sie in die Lage versetzt werden, auch Fachbegriffe, die der Rechtsanwalt im Eifer des Gefechtes (oder weil er diese gar nicht mehr als Fachbegriffe wahrnimmt) nicht erläutert, zu verstehen und somit mit Ihrem Anwalt “auf einer Ebene” kommunizieren zu können.

Nachdem in Teil 12 der Serie der Begriff “ausländische Fahrerlaubnis” erläutert wurde, geht es heute um den Bagatellschaden.

Der Bagatellschaden spielt in zwei verkehrsrechtlichen Themenkreisen eine Rolle und wird dort unterschiedlich bewertet: Einmal geht es um den Verkehrsunfall und die Erforderlichkeit eines Sachverständigengutachtens, andererseits um die “Unfallflucht”.

Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall hat der Geschädigte Anspruch auf Ersatz der unfallbedingten Schäden, u.a. Reparaturkosten, Wertminderung etc. Diese Schäden muss der Geschädigte gegenüber dem Unfallgegner und dessen Versicherung beziffern. Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Den günstigeren, aber ungenaueren Kostenvoranschlag einer Reparaturwerkstatt, der sich nur zu den Reparaturkosten, nicht jedoch zur Plausibilität der Unfallschäden oder weiteren Schadenspositionen äußert oder das umfassende, aber weitaus teurere Unfallsachverständigengutachten. Da bei Einholung eines Gutachtens auch die Kosten für den Sachverständigen von dem Schädiger getragen werden müssen, stellt sich die Frage, ob die Einholung eines Gutachtens immer wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Rechtsprechung verneint dies in den Fällen sog ...

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