Update zum Widerruf eines Darlehensvertrages

von Boris Wolkowski

In den letzten Wochen häufen sich bei uns wieder die Anfragen zum Widerruf von Darlehensverträgen. Schon länger ist bekannt, dass Widerrufsbelehrungen in Verbraucherdarlehensverträgen oft nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und deshalb angreifbar sind. Der Kunde, der nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht aufgeklärt wurde, kann den Vertrag praktisch ohne zeitliche Befristung widerrufen und so eine Rückabwicklung erreichen. Es wird dann eine Verrechnung des Gesamtdarlehens mit den geleisteten Zahlungen und einem angemessenen Zins vorgenommen. Damit kann der Kunde einerseits für die Zukunft einen neuen, möglicherweise günstigeren Vertrag schließen und vor allen Dingen auch für die Vergangenheit zu viel gezahlte Zinsen erstattet bekommen.

Nachdem in den vergangenen Jahren vor allen Dingen über das amtliche Muster der Jahre 2004 bis 2008 prozessiert wurde, welches selber fehlerhaft war, stehen nun neuere Verträge seit 2008 im Fokus.

Typische Fehler sind, dass die Gestaltungshinweise nicht beachtet wurden und z. B. alternativ zu verwendende Formulierungen gekoppelt wurden. Weiter finden sich sprachliche Ungenauigkeiten, wenn von Widerspruch statt Widerruf die Rede ist. Relativ oft fehlen auch notwendige Hinweise bei Verträgen, die im sogenannten Fernabsatz geschlossen wurden.

Insbesondere die Verbraucherzentralen haben in der Vergangenheit dabei sehr informative Zusammenstellungen verfasst. Andererseits sind diese auch für den Experten oft nicht ohne Weiteres zu entschlüsseln. Weiter besteht ein Unterschied darin, ob man den Widerruf einfach auf dieser Basis erklärt oder dann im Streitfall die eigenen Rechte gerichtlich durchsetzen muss ...

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