Ist ein Rechtsanwalt wirklich zu teuer?

Häu­fig hört man in (Mandanten-) Ge­sprä­chen: Ein Rechts­an­walt ist zu teuer.

Wie alle pau­scha­len Aus­sa­gen kann diese na­tür­lich so ver­all­ge­mei­nernd per sé nicht zu­tref­fen. Es ist für je­den Rechts­su­chen­den stets eine Kosten-Nutzen-Abwägung, ähn­lich der Über­le­gung, ob man ein Auto re­pa­rie­ren lässt oder das wirt­schaft­lich kei­nen Sinn (mehr) macht.

Die Frage kann dann höchs­tens lau­ten, ob das Stun­den­ho­no­rar des Rechts­an­walts an­ge­mes­sen ist. Der Blog „Le­gal Trends“ des Bu­cerius Cen­ter on the Le­gal Pro­fes­sion hat vor­ge­rech­net, wie sich ein sol­cher Stun­den­satz zu­sam­men­setzt, da­mit die­ser über­haupt kos­ten­de­ckend ist – und das Er­geb­nis ist wirk­lich erstaunlich.

Staats­dienst oder Rechtsanwalt

Nach ei­nem min­des­tens fünf­jäh­ri­gen Stu­dium der Rechts­wis­sen­schaft so­wie dem zwei­jäh­ri­gen Re­fe­ren­da­riat und zwei über­aus an­spruchs­vol­len ju­ris­ti­schen Prü­fun­gen (Staats­ex­amina) muss man sich ent­schei­den, ob man im Staats­dienst – etwa als Staats­an­walt oder Rich­ter – oder als Rechts­an­walt ar­bei­ten will. Zu­grun­de­zu­le­gen ist da­her das Ein­kom­men des Rich­ters, der in der Be­sol­dungs­stufe R2 im Al­ter von 45 Jah­ren, mit zwei Kin­dern ca. 5.800 Euro brutto im Mo­nat, also 76.000 Euro im Jahr verdient.

Zu teuer? Am An­fang ste­hen jede Menge Kosten

An­ders als ein Rich­ter muss der Rechts­an­walt ne­ben sei­nem Ein­kom­men aber auch die Kos­ten für seine Kanz­lei (z.B. Miete, Ein­rich­tung, Tech­nik, Fort­bil­dung) und Per­so­nal be­rück­sich­ti­gen. Das al­lein macht üb­li­cher­weise durch­schnitt­lich 52 % aus, so dass le­dig­lich 48 % als Roh­ge­winn üb­rig blei­ben, vor Steu­ern wohl­ge­merkt. Zu­sätz­lich muss der An­walt auch pri­vat für das Al­ter vor­sor­gen, Bei­träge zur Kran­ken­ver­si­che­rung und den üb­ri­gen woh­li­gen Ne­ben­leis­tun­gen selbst er­wirt­schaf­ten ...

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