Haftung für Links am Bespiel einer Heilpraktiker-Homepage

von Dr. Graf

Regelmäßig erhalte ich von Mandanten Anfragen dazu, ob und unter welchen Umständen es eine Haftung für Links gibt. Geradezu berühmt-berüchtigt sind die häufig anzufindenden Hinweise auf eine Entscheidung „des Landgerichts Hamburg aus dem Jahre 1998“, wonach man sich von fremden Inhalten distanzieren muss, um nicht durch Linksetzung für diese zu haften. In diesem Urteil steht jedoch genau das Gegenteil dazu drin, was ihm nun zugesprochen wird. Den Hinweis sollte man sicher daher ersparen.

Die Rechtsprechung – insbesondere des BGH – hat eine Haftung für Links im Bereich des Wettbewerbsrechts, Markenrechts und Urheberrechts herausgearbeitet. Danach besteht eine solche nur im Ausnahmefall, nämlich dann, wenn man sich den Inhalt der verlinkten Seite zu Eigen macht. Außerdem tritt eine Haftung immer dann ein, wenn man über die rechtswidrigen Inhalte der verlinkten Seite in Kenntnis gesetzt wurde. Doch wann liegt ein derartiges Zueigenmachen vor? Dazu kann man keine allgemeinen Aussagen treffen, sondern es kommt immer auf den Einzelfall an. Mit einem solchen hat sich das OLG Karlsruhe in einem Prozesskostenhilfeverfahren beschäftigt. Dort ging es um einen Link von der Homepage eines Heilpraktikers auf die Internetseite eines Forschungsverbandes. Die Aussagen auf dieser Seite verstießen unstreitig gegen §§ 5 Abs. 1 Ziffer 1 UWG und § 3 HWG, da die Wirkung sogenannten Ohrimplantat-Akupunktur wissenschaftlich umstritten sei ...

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