500.000 Euro – der hohe Preis eines Streits auf einer Betriebsfeier

von Liz Collet

Es war August, als sich das nachfolgende Geschehen ereignete.

Das ist ein Monat, da gehen viele wegen des schönen Wetters gern in Biergärten und auf Betriebsfeiern und beiden gemeinsam ist ein nicht selten höherer Pegel von Alkohol im Blut.

Oder ein geringerer Pegel von Blut im Alkohol.

Eine Frage der Menge, die konsumiert wird.

Die kann ggf. die Schuldfrage und Schuldfähigkeit berühren. Im folgenden Geschehen spielt aber vor allem die Frage von Vorsatz und Fahrlässigkeit eine Rolle.

Im August 2010 kam es zwischen dem Kläger und dem Beklagten auf einer Betriebsfeier zu einem Streit. Hierbei versetzte der Beklagte dem Kläger einen Schlag ins Gesicht.

Nach Auflösung der Betriebsfeier verließ gegen 2:00 Uhr morgens erst der Beklagte und kurze Zeit später der Kläger das Betriebsgelände.

Der Beklagte stieg bei einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,85‰ unter erheblichem Alkoholeinfluss in sein Auto und verliess damit das Betriebsgelände. Auf dem Gelände einer Tankstelle kehrte er um, beschleunigte und fuhr mit hohem Tempo zum Betriebsgelände zurück. Dort stand der Kläger auf der Straße, wurde vom Fahrzeug des Beklagten erfasst und lebensgefährlich verletzt. Bei dem Unfall erlitt er u.a. ein Polytrauma mit schwerstem Schädel-Hirn-Trauma und liegt seither im Wachkoma und wird künstlich ernährt.

Das LG Osnabrück hatte dem Kläger 500.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Der Beklagte und die mitverklagte Haftpflichtversicherung zahlten nach der Entscheidung des LG Osnabrück Schmerzensgeld i.H.v. 100.000 Euro. Darüber hinaus leistete die Verkehrsopferhilfe eine Zahlung von 80.000 Euro. Von beiden Prozessbeteiligten wurde Berufung gegen das Urteil eingelegt, die Höhe des Schmerzensgeldes griff jedoch nur die Beklagtenseite an.

In einem soeben veröffentlichtem Urteil vomn 2.9 ...

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