Grundlagenwissen: Tateinheit und Tatmehrheit, §§ 52 ff StGB

von Silke Wollburg

Grundlagenwissen: Tateinheit und Tatmehrheit, §§ 52 ff StGB

I. Die §§ 52 ff. StGB sind vor allem für die Strafenbildung von Bedeutung. Grds. gibt es drei Möglichkeiten:

Die sog. Gesetzeseinheit (= Gesetzeskonkurrenz) stellt die engste Beziehung zwischen mehreren erfüllten Strafgesetzen dar und führt dazu, dass das „unterliegende“ Strafgesetz vollständig verdrängt wird und auch im Tenor des Strafurteils nicht mehr in Erscheinung tritt. Tateinheit i. S. des § 52StGB ist dann gegeben, wenn dieselbe Handlung mehrere Straftatbestände oder denselben Straftatbestand mehrmals verletzt. Sind mehrere – verschiedene – Straftatbestände verletzt, wird die Strafe nach dem Gesetz bestimmt, das die schwerste Strafe androht (sog. Absorption). Tatmehrheit (= Realkonkurrenz, §§ 53ff. StGB) ist ebenfalls wie die Tateinheit ein Fall der sog. Gesetzesmehrheit, da mehrere Delikte nebeneinander zur Anwendung kommen. Hier gilt das Prinzip der sog. Asperation, wobei eine Gesamtstrafenbildung erfolgt, indem zunächst für jedes tatmehrheitliche Delikt Einzelstrafen gebildet werden und sodann die höchste Einzelstrafe um die anderen maßvoll erhöht wird, ohne dass jedoch die Summe der Einzelstrafen erreicht werden darf.

II ...

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