Cybermobbing: Was ist ein "bloßstellendes" Foto?

Ein Beitrag der ARAG SE Cybermobbing: Was ist ein "bloßstellendes" Foto? Der neue Gesetzesentwurf, als Reaktion auf die Affäre Edathy, kümmert sich nur in einem Punkt um CyberMobbing. Künftig soll es verboten sein, „bloßstellende“ Bildaufnahmen von einer Person anzufertigen oder zu verbreiten. Aber was ist ein "bloßstellendes" Foto? Udo Vetter für die ARAG SE zum Thema „Was ist ein bloßstellendes Foto?“

Vor einigen Tagen haben sich Eltern hilfesuchend an mich als Anwalt gewandt. Ihre 15-jährige Tochter wird gemobbt. Vor allem auf Facebook reden Schulkameraden dem Mädchen übel nach - bloß weil sie fülliger ist als andere. Meist sind die Sprüche nur blöd, mitunter aber auch tief verletzend. Garniert sind die Attacken oft mit Fotos der jungen Frau, die heimlich mit dem Handy auf dem Schulhof oder sogar im Klassenzimmer geschossen wurden.

Natürlich haben die Eltern mit den Lehrern gesprochen. Diese sehen zwar das Problem, verweisen aber auf ihre Überlastung. Was auf Facebook passiere, könnten sie nicht auch noch kontrollieren. Wie gerufen scheint da ein aktueller Gesetzentwurf der Bundesregierung zu kommen, mit dem etwas gegen Cybermobbing getan werden soll. „Vielleicht helfen ja diese neuen Vorschriften“, sagte die Mutter hoffnungsvoll in unserem ersten Gespräch.

Ich musste sie in diesem Punkt leider enttäuschen. Denn der Gesetzentwurf verschärft - als Reaktion auf die Affäre Edathy - vor allem die Strafbarkeit bei Sexualdelikten im Bereich von Nacktaufnahmen. Um Cybermobbing in Alltagssituationen kümmert sich das Papier eigentlich nur in einem Punkt, und der ist für unseren Fall noch nicht mal einschlägig.

So soll es künftig verboten sein, „bloßstellende“ Bildaufnahmen von einer Person anzufertigen oder zu verbreiten. Nicht nur Juristen bekommen bei so einer Formulierung Kopfschmerzen ...

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