Grundlagenwissen: Der materielle Schaden bei Verkehrsunfällen

von Silke Wollburg

I. Reparaturkosten / Wiederbeschaffungswert Nach dem in § 249 I BGB verankerten Grundsatz der Naturalrestitution ist das Fahrzeug grundsätzlich vom Schädiger in den Zustand zu versetzen, in dem es sich vor dem Unfallereignis befunden hat. Da dieser hierzu häufig nicht in der Lage ist und dies dem Geschädigten auch nicht zugemutet werden kann, sieht § 249 II 1 BGB vor, dass der Geschädigte den zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes erforderlichen Geldbetrag vom Schädiger verlangen kann. Die Mehrwertsteuer bekommt er nach § 249 II 2 BGB allerdings nur in dem Umfang ersetzt, in welchen sie tatsächlich angefallen ist.Dem Grundsatz der Naturalrestitution gemäß hat der Geschädigte also grundsätzlich einen Anspruch darauf, sein Fahrzeug reparieren zu lassen. Ist dies technisch nicht möglich (sog. Totalschaden), so besteht die Naturalrestitution darin, dass ein gleichwertiges Fahrzeug wiederbeschafft wird. Die Höhe des Schadensersatzes des Geschädigten bestimmt sich dann nach dem aktuellen Zeitwert = Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs vor dem Unfall abzüglich des noch vorhandenen Restwertes des Fahrzeugs.

II. Merkantiler Minderwert, § 251 BGB Bei beim merkantilen Minderwert handelt es sich um eine Minderung des Verkaufswerts, die trotz völliger und ordnungsgemäßer Instandsetzung eines bei einem Unfall erheblich beschädigten Kraftfahrzeugs allein deshalb verbleibt, weil bei einem großen Teil des Publikums, vor allem wegen des Verdachts verborgen gebliebener Schäden, eine den Preis beeinflussende Abneigung gegen den Erwerb unfallbeschädigter Kraftfahrzeuge besteht, so dass bei einer Weiterveräußerung nur ein geringerer Marktpreis zu erzielen ist. Diese Wertdifferenz stellt einen unmittelbaren Sachschaden dar (vgl. BGH, NJW 2005, 277).

III ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK