Schnell ist anders

Das Neuköllner Modell soll zur effektiveren Strafverfolgung von jugendlichen Straftätern führen. Diese sollten sich bei kleineren Delikten in einem vereinfachten Jugendstrafverfahren möglichst schnell nach der Tat vor Gericht verantworten müssen. „Schnell“ – das meint nicht nur in der Berliner Justiz meist drei bis fünf Wochen.

Mehr als zwei Monate

Eine Studie im Auftrag der Berliner Justizverwaltung zeigt nun: Die Jugendstrafverfahren laufen nicht so schnell wie erhofft – ihr Nutzen bleibt umstritten. Zwar vergehen von der Strafanzeige bis zur Hauptverhandlung statt der zuvor durchschnittlich 131 Tage jetzt nur noch 57 Tage. Der Wunsch, junge Straftäter möglichst zeitnah nach der Tat zur Verantwortung zu ziehen, hat sich damit aber nicht erfüllt – zwischen Tat und Verhandlung liegen meist noch immer zwei Monate.

Das Neuköllner Modell funktioniert nicht wie erhofft – der Nutzen ist fraglich // Foto: Martin Schemm / pixelio.de

Man habe eine „Beschleunigung“ erreicht, konstatiert Studienautor Claudius Ohder, Professor der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht, der die Studie durchführte gegenüber Spiegel Online. Aber die Verfahrensdauer und der Kontakt mit dem Jugendrichter seien nur zwei von vielen Faktoren, welche die kriminelle Karriere eines Jugendlichen beeinflussen. Und ob dieses Modell wirklich Wirkung zeigt, sei bisher überhaupt nicht belegt ...

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