Juristische Amtstracht in Bayern

von Ingo Julian Rösch

Darüber ob Juristen Krawatte oder Fliege tragen sollten lässt sich streiten. Es sei denn man tritt in Bayern auf. Immer mal wieder werden einzelne Fälle bekannt, bei denen das Gericht reklamierte, wenn ein Verteidiger ohne Krawatte oder Fliege aufgetreten ist. Dies führte auch schon so weit, dass Vertreidiger aufgefordert wurden den Gerichtssaal zu verlassen. Nun mag man geteilter Meinung sein ob ein solcher Schritt sinnvoll und notwendig ist, oder möglicherweise auch noch andere Umstände mitwirkten. Tatsache ist aber, dass in Bayern die "Juristische Amtstrach" umfangreich geregelt ist.

So bestimmt "I Abs. 1 der Amtstracht der Rechtspflegeorgane in Bayern, Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz" nicht nur, dass die Amtstracht der Richter, der Staats- und Amtsanwälte, der Urkundsbeamten und der Rechtsanwälte aus einer schwarzen Robe besteht. Gemäß Abs. 2 ist der Besatz der Robe der Rechtsanwälte in "Seide" (Richter in "Samt") auszuführen ist. Die Urkundsbeamten müssen mit "Wollstoff" vorlieb nehmen.

Tatsächlich ist aber gemäß Absatz 3 der Regelung zur Amtstracht eine "weiße Halsbinde", zu tragen.

Zur Amtstracht wird eine weiße Halsbinde getragen.

Genauere Regelungen finden sich dabei - nebst Skizzen - auch noch in der Anlage zur Amtstracht der Rechtspflegeorgane in Bayern. Dort wird unter anderem klargestellt:

Die Robe liegt auf den Schultern und der Brust glatt an und fällt vorn und hinten weit und faltig bis über die Mitte des Unterschenkels herab; sie wird vorn durch eine Reihe verdeckter Knöpfe oder durch Haken geschlossen. Der Halsausschnitt lässt Kragen und Halsbinde sehen, verdeckt aber Rock und Weste. Die Ärmel fallen, nach unten weiter werdend und unten offen, faltig herab ...

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