Täterschaft im Mehrpersonenhaushalt bei Filesharing

Ob Film oder eBook, gerne werden solche urheberrechtgeschützten Waren im Internet kostenlos und nicht ganz legal von anderen Nutzern zur Verfügung gestellt. Das ist für die Inhaber des Urheberrechts mehr als ärgerlich. Schließlich sind sie oft auf die Einnahmen durch kostenpflichtiges Herunterladen der Nutzer angewiesen. Es ist also kein Wunder, dass die Rechteinhaber gegen Filesharing rechtlich vorgehen. Nun hat das Amtsgericht Bochum aber ein Urteil gesprochen, das die Rechtsverfolgung erschweren wird, da eine eindeutige Täterschaft nachgewiesen werden muss.

Im vorliegenden Fall besitzt die Klägerin die Veröffentlichungsrechte an dem Film "Babysitter Wanted". Sie verlangt Schadensersatz von dem Beklagten, da dieser den Film kostenlos und widerrechtlich im Internet anderen Nutzern zur Verfügung gestellt haben soll. Dabei stützt die Klägerin sich auf § 97 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) in Verbindung mit § 823 BGB. Die schlussendliche Höhe des Schadenersatzes sollte das Gericht bestimmen, jedoch sollte er mindestens 400 Euro betragen.

Der Beklagte aber konnte nachweisen, dass er im angegeben Zeitraum nicht allein den Computer mit der von der Beklagten ermittelten IP-Adresse nutzte. Der Beklagte lebte mit drei weiteren Erwachsenen in einem Haushalt. Auch diese hatten freien Zugang zu dem Computer und dem WLAN-Netz des Beklagten. Außerdem sei auch nicht nachgewiesen, dass der WLAN-Zugang des Beklagten beschränkt gewesen sei. Es hätten sich durchaus auch andere Nutzer einloggen und den Internetzugang nutzen können (zum Beispiel Bekannte, die zu Besuch waren) ...

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