Kommanditistenhaftung auch gegenüber Mitgesellschaftern

Einem Darlehensgeber stehen aus einem Darlehensvertrag Forderungen gegen eine KG zu. Diese Forderungen macht der Darlehensgeber (=Kläger) nicht gegen die KG geltend, sondern gegen einen Kommanditisten, und zwar gestützt auf §§ 171, 172 Abs. 4 HGB. Nach diesen Regelungen haftet der Kommanditist Gläubigern der KG gegenüber in Höhe seiner Haftsumme unmittelbar. Seine Haftung erlischt, wenn und soweit er eine Einlage in Höhe seiner im Handelsregister eingetragenen Haftsumme leistet. Diese Haftung lebt wiederum auf, wenn der Kommanditist Ausschüttungen aus der KG erhält, obwohl sein Kapitalkonto niedriger als seine eingetragene Haftsumme ist oder durch die Ausschüttung wird (§ 172 Abs. 4 S. 2 HGB). Demnach wäre der Anspruch des Klägers eigentlich klar.

Im vorliegenden Fall versuchte der beklagte Kommanditist, sich mit folgender Argumentation aus der Affäre zu ziehen: Der Kläger (bzw. sein Rechtsvorgänger) war nicht nur Darlehensgeber der KG, einem Publikumsimmobilienfonds, sondern deren (Gründungs-)gesellschafter und Initiator. Als die KG in die Krise geriet, gewährte der Kläger ihr ein Folgedarlehen ...

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