Kein Vorstellungsgespräch ohne offenen Hinweis auf Schwerbehinderung

von Thorsten Blaufelder

Sep 24

Schwerbehinderte Stellenbewerber, die von öffentlichen Arbeitgebern sicher zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden wollen, müssen offen mit ihrer Behinderung umgehen. Sie muss im Anschreiben oder deutlich im Lebenslauf erwähnt sein, urteilte am Donnerstag, 18.09.2014, das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (AZ: 8 AZR 759/13). Eine Kopie des Schwerbehindertenausweises in den beigefügten Unterlagen reicht danach nicht aus.

Schwerbehinderte Stellenbewerber haben bei öffentlichen Arbeitgebern einen Anspruch auf ein Vorstellungsgespräch, wenn sie ihre Bewerbung mitgeteilt haben. Laut Gesetz ist die Einladung nur dann „entbehrlich, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt“.

Im Streitfall hatte sich ein Schwerbehinderter per E-Mail bei einer staatlichen wissenschaftlichen Einrichtung in Nordrhein-Westfalen beworben. Seinem Mail-Anschreiben fügte er ohne Inhaltsverzeichnis einen Anhang von 29 Seiten an. Zwischen zwei Fortbildungsbescheinigungen enthielt dieser Anhang eine Kopie seines Schwerbehindertenausweises.

Zu einem Vorstellungsgespräch wurde der Diplomkaufmann nicht eingeladen ...

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