Bloß nicht den Verteidiger anrufen

von Carl Christian Müller

In einer Strafsache war ich leicht irritiert. Für meine Mandantin hatte ich gegen den Strafbefehl eines auswärtigen Amtsgerichts, welcher unter anderem ein mehrmonatiges Fahrverbot beinhaltete, fristgerecht per Fax Einspruch eingelegt.

Zwei Wochen später erhält meine Mandantin durch die zuständige Staatsanwalt die Nachricht, daß der Strafbefehl rechtskräftig sei und Zwangsmaßnahmen ergriffen werden würden, wenn sie nun nicht unverzüglich ihren Führerschein abgebe. Ich rief also zunächst beim Amtsgericht an. Man bestätigte mir, daß ein Fax-Schreiben meiner Kanzlei fristgerecht eingegangen sei. Das Schreiben liege dort allerdings nicht mehr vor. Vermutlich sei das Fax-Schreiben verspätet vorgelegt worden und die Akte bereits an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Das Fax-Schreiben habe man dann bestimmt zur Akte nachgereicht. Es liege also vermutlich bei der Staatsanwaltschaft.

Also wandte ich mich an die Staatsanwaltschaft. Als ich das Aktenzeichen und den Namen der Mandantin nannte, wurde mir gleich entgegnet: “Ach, Sie rufen bestimmt an wegen des Einspruchs ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK