Auswärtssieg!

von Thomas Wings

Für den gemeinen Fussballfan ist ein Auswärtssieg beim ewigen Derbyrivalen das Größte. Das volle Emotionsprogramm.

Jetzt stellen wir uns mal einen Anwalt vor, der großer Fan seines Vereins ist. Und der dann die Chance hat, den Verein des Derbyrivalen zu verklagen. Und das auch noch auswärts, also am Ort des Rivalen. Und am Ende des Termins mit mehr Argumenten getroffen hat als der Gegner. Das volle Emotionsprogramm in Robe.

Man könnte sagen, genau das ist eingetroffen. Das ist passiert:

Im Oktober 2012 kam es zum Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Ein Spiel, bei dem die Emotionen schon im Vorfeld regelmäßig ordentlich kochen. Viele Schalker beschlossen, mit der S-Bahn anzureisen und an einer Station auszusteigen, von der aus man das Stadion zu Fuss erreichen konnte. Die Polizei war darüber anscheinend empört, dass diese Gruppe es gewagt hat, ihr Grundrecht auf freie Wahl der Anreise auszuüben. Ginge es nach der Polizeiführung, hätten alle Auswärtsfans den von der Polizei vorgesehenen Weg wählen sollen. Also den Weg, bei dem man eingepfercht wie in einem Viehtransport zu einem anderen Bahnhof geleitet wird und von dort aus ebenfalls zu Fuß, jedoch durch tausende Heimfans zu gehen hat, welche bereits Spalier stehen und auf die Auseinandersetzung mit den Gästefans regelrecht warten. In einer nachträglichen Presseerklärung sprach die Polizeiführung dann von einer “konspirativen Anreise”. Dieser Begriff ist eine Frechheit, denn die Polizei hat nun mal kein Recht darauf, heute zu erfahren, wo man morgen hinfährt. Zumal die Anreise gewählt worden war, um den ansonsten üblichen Provokationen aus dem Weg zu gehen.

Aber die Rechnung ging nicht auf. Auf dem Weg der zahlenmäßig eben großen Gruppe Schalker Fans in Richtung Stadion kam es zu den üblichen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Dortmundern und Schalkern. Vereinzelt sollen dann sogar Mülltonnen umgeworfen worden sein (hört, hört) ...

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