Psychiatrisches Sachverständigengutachten und Erweiterung des Haftbefehls gegen Chefarzt des Klinikums Bamberg

von Liz Collet

Nachdem vor einigen Wochen Haftbefehl gegen Chefarzt des Bamberger Klinikums erlassen worden war, liegen nun weitere Erkenntnisse vor, zu welchen das Klinikum und die Staatsanwaltschaft Bamberg gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Oberfranken Presseerklärungen abgegeben haben.

Danach hätten die bisherigen Ermittlungen insgesamt 17 Einzelfälle ergeben, in denen ein strafrechtliches Fehlverhalten des beschuldigten Arztes in Betracht kommt. Davon scheide ein Vorfall aus dem Jahr 2008 wegen zwischenzeitlich eingetretener Verfolgungsverjährung aus.

Der Tatverdacht des sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Frauen gegen den beschuldigten Klinikarzt habe sich in bislang 15 Einzelfällen bestätigt. Geschädigt seinen insgesamt zwölf jüngere Frauen im Alter von 17 bis 28 Jahren, die teilweise mehrfach missbraucht worden sein sollen.

Bei zehn der geschädigten Frauen handle es sich um Patientinnen des beschuldigten Klinikarztes, die mit dem Tatverdächtigten anlässlich stationärer oder ambulanter Behandlungen wegen eines Beckenvenenleidens in Kontakt gekommen waren.

Die Tathandlungen sollen zeitlich stets außerhalb des üblichen Klinikbetriebs, vorwiegend am späten Nachmittag und frühen Abend erfolgt sein.

Bei den beiden weiteren Geschädigten handle es sich um eine Medizinstudentin, die zum Vorfallszeitpunkt im Klinikum ein Praktikum absolvierte, und um eine Auszubildende der Bamberger Klinik. Beide hätten sich ihren Angaben zufolge auf Nachfrage des beschuldigten Arztes bereit erklärt, an einer von ihm angeblich durchgeführten Studie zu Beckenvenenleiden teilzunehmen.

In allen Fällen soll der Klinikarzt den geschädigten Frauen ohne jede Aufklärung und ohne Zustimmung ein Beruhigungsmittel in hoher Dosis injiziert haben, das – wie beabsichtigt – die völlige Willenlosigkeit und vollständige Erinnerungslosigkeit der Opfer zur Folge hatte ...

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