Mit Kind keine Anstellung

von Philip Stühler Walter

In einer aktuell durch das BAG entschiedenen Sache (Urteil vom 18.09.2014 - 8 AZR 753/13) hatte sich die Klägerin als Vollzeitkraft im Büro beworben und gab wahrheitsgemäß den Familienstand "verheiratet, ein Kind" an. Irgendwann kriegt sie die Bewerbungsunterlagen zurück und musste hierbei feststellen, dass im Lebenslauf die Angabe zum vorhandenen Kind unterstrichen und der Vermerk "7 Jahre alt!" hinzugefügt wurde. Eingestellt wurde am Ende eine junge verheiratete Frau eingestellt zu haben, die über eine höhere Qualifikation verfügen soll.

Daraus zog die Bewerberin nunmehr den Schluss, dass der potentielle Arbeitgeber Vollzeittätigkeit und die Betreuung eines siebenjährigen Kindes nicht oder nur schlecht für vereinbar halte, sah sich wegen nicht zuletzt ihrer Eigenschaft als Mutter zu Unrecht benachteiligt und forderte eine Entschädigung wegen der mittelbaren Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechtes. Hiermit bekam sie auch noch bis zur zweiten Instanz beim LAG Hamm (Urteil vom 06.06.2013 - 11 Sa 335/13) Recht. Hierzu hatte das LAG Hamm zwecks Untermauerung der Argumentation Statistiken herangezogen, die sich mit dem Anteil von Ehefrauen mit Kind an der Gesamtzahl der Vollbeschäftigten befassten.

Die Sache mit den Statistiken überzeugte das BAG nicht so übermäßig, da sie für den konkreten Fall eher nicht so aussagekräftig war. Daher hat das BAG die ganze Sache jetzt an das LAG Hamm zurückverwiesen und aufgetragen, man solle doch dort einmal genauer prüfen, ob nicht sogar eine unmittelbare Geschlechterbenachteiligung vorliegen könnte, da Mütter naturgemäß auch immer Frauen sind. Hierzu müsste man dann noch die diversen Vermerke des potentiellen Arbeitgebers genauer der Auslegung unterziehen ...

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