Flug annuliert: "außergewöhnliche Umstände"

von Ralf Mydlak

Wird ein Flug annuliert oder verspätet sich dieser erheblich, kann der Passagier Ansprüche gegenüber dem Flugunternehmen stellen (zu den Einzelheiten s. meinen Beitrag vom 29.August 2014). Die Ansprüche entfallen jedoch, wenn "außergewöhnliche Umstände" vorliegen und und die Fluggesellschaft alle zumutbare Massnahmen ergriffen hat.

Lange Zeit war umstritten, ob technische Defekte ein entschuldigender „außergewöhnlicher Umstand“ sind. Klärung brachte hier erst die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 22.12.2008 (EuGH, Urteil vom 22.12.2008 - C 549/07 - Wallentin-Hermann vs. Alitalia). Danach fällt ein bei einem Flugzeug aufgetretenes technisches Problem, das zur Annullierung eines Fluges führt, grundsätzlich nicht unter den Begriff „außergewöhnliche Umstände“. Anders nur, wenn das Problem auf Vorkommnisse zurückgeht., die aufgrund ihrer Natur oder Ursache nicht Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit des betroffenen Luftfahrtunternehmens sind und von ihm tatsächlich nicht zu beherrschen sind. Das Entstehen der Ursachen muss außerhalb des organisatzorischen und technischen Verantwortungsbereichts der Fluggesellschaft liegen.. In Betracht kommen also nur technische Defekte, die auf äußere Einflüsse zurückzuführen sind. Dies können etwa witterungsbedingte Defekte durch Blitzschlag oder Hagel sein ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK