Originale oder Kopien bei der Belegprüfung?

Langenberg (Betriebskosten- und Heizkostenrecht, 7. Auflage, H Rz. 284) vertritt die Auffassung, der Vermieter sei nach allgemeiner Ansicht verpflichtet, dem Mieter bei der Einsichtnahme in die Abrechnungsunterlagen sämtliche Rechnungen und sonstige Belege im Original zu präsentieren. Anhand des Beispiels des papierlosen Büros, bei dem dem Mieter nur Ausdrucke der gescannten Unterlagen vorgelegt werden können, lässt er als Ausnahme zur Pflicht, Originale vorzulegen, den Fall zu, dass auch das Finanzamt die Vorlage der Ausdrucke anerkennt. Diese Auffassung ist zumindest nicht mehr zeitgemäß. Abgesehen davon, dass spätestens seit 2012 die elektronische Steuererklärung (ELSTER) in der Finanzverwaltung eingeführt wurde und daher jeder Steuerpflichtige seine Steuererklärung grundsätzlich in elektronischer Form übermitteln muss, arbeiten professionelle Verwaltungen regelmäßig papierlos. Die Originalunterlagen werden in der Finanzbuchhaltung gesammelt, um sie gemeinsam mit den Kontoauszügen bei einer Betriebsprüfung vorlegen zu können. Selbst kleinere Verwaltungen (auch wenn sie vom Eigentümer selbst betrieben werden) verfügen über gesonderte Mitarbeiter für die Finanzbuchhaltung, dass kaufmännische Rechnungswesen und die Betriebskosten. Es ist damit schon in der Verwaltung angelegt, dass mehrere Mitarbeiter mit ein und demselben Beleg arbeiten müssen. Dies lässt sich praktisch nur herbeiführen, indem Kopien in Papierform oder elektronisch weitergegeben werden. Es besteht auch kein besonderer Grund für einen Mieter, eine Kopie mit einem Original vergleichen zu können, solange nicht der Verdacht besteht, dass eine Manipulation stattgefunden hat ...

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