Kosmetik für die geistige Unterschicht

Man kann es freund­lich als ‘nicht so gro­ßen Wurf’ be­zeich­nen oder tref­fen­der als Ge­setz­ge­bung für die geis­tige Un­ter­schicht an Deutsch­lands Stamm­ti­schen. Ge­meint ist die dies­jäh­rige Re­form des Se­xu­al­straf­rechts, die ges­tern das Bun­des­ka­bi­nett be­schlos­sen hat und die nun ei­lig in Kraft tre­ten soll. Kein an­de­res Rechts­ge­biet ist in den letz­ten 15 Jah­ren der­ma­ßen ver­schärft wor­den wie das deut­sche Se­xu­al­straf­recht. Die Re­for­men ha­ben da­bei ein Maß er­reicht, das als bei­spiel­los be­zeich­net wer­den muss. Die Ver­schär­fun­gen ha­ben als Welle des Ver­fol­gungs­wil­lens die ganze Ge­sell­schaft bis an die Grenze der Hys­te­rie und teil­weise dar­über hin­aus durchdrungen.

Spä­tes­tens wenn man die Kom­men­tare bei ein­schlä­gi­gen Nach­rich­ten­sei­ten oder bei Face­book liest, weiß man, was mit „Ge­setz­ge­bung für die geis­tige Un­ter­schicht“ ge­nau ge­meint ist. Vol­kes Seele kocht noch von der Edathy-Affäre und der Ge­setz­ge­ber ver­teilt nun Beruhigungssaft.

Posing-Aufnahmen wa­ren auch schon vor der Re­form strafbar

Reine Ge­set­zes­kos­me­tik wird bei sog. Posing-Fotos und Vi­deos be­trie­ben. Die „Wie­der­gabe von ganz oder teil­weise un­be­klei­de­ten Kin­dern in un­na­tür­lich ge­schlechts­be­ton­ter Kör­per­hal­tung“ war bis­lang auch schon straf­bar. Künf­tig werde es le­dig­lich nicht mehr er­for­der­lich sein, dass diese Kör­per­hal­tung des Kin­des ak­tiv ein­ge­nom­men wird, so dass auch Bil­der von schla­fen­den Kin­dern in ei­ner sol­chen Kör­per­po­si­tion zu­künf­tig straf­bar seien.

Die sog. Posing-Aufnahmen war auch schon vor die­ser Re­form straf­bar // Foto: ma­xo­i­dos / fotolia ...

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