Da kommt richtig Freude auf: “Hinrichtung light” soll Todesstrafe wieder attraktiv machen

von Rainer Pohlen

In diesem Jahr ist die Todesstrafe selbst bei deren zahlreichen Befürwortern in den USA ein wenig in Verruf geraten. Grund hierfür ist, dass mehrere Exekutionen nicht ganz plangemäß verliefen und einigermaßen grausam vonstatten gingen, weil Giftspritzen entweder falsch gesetzt wurden oder nicht die gewünschte schnelle Wirkung zeigten, so dass die Delinquenten ziemlich lange leiden mussten, bis der Tod eintrat. 25 Minuten dauerte der Todeskampf von Dennis McGuire im Januar in einem Gefängnis in Ohio, gleich zwei Stunden benötigte der Staat Arizona im Juni, um Josef Wood mit der Giftspritze vom Leben zum Tode zu befördern. In Oklahoma gab es gleich zwei schwere Pannen, der Todeskampf von Clayton Lockett soll einer der schrecklichsten in der Hinrichtungsgeschichte der Vereinigten Staaten gewesen sein.

Dem einflussreichen republikanischen Abgeordneten Mike Christian aus Oklahoma hat das alles eigentlich nichts ausgemacht. Wichtig sei allein, dass die “Bestien” getötet werden, meint der gute Mann, egal, “ob per Giftspritze, per Guillotine oder durch Fütterung der Löwen”. So jedenfalls wird Christian bei spiegel-online zitiert, und dort ist man ja gewöhnlich gut informiert.

Aber Christian hat ein Problem: Die böse Presse hat über die Pannen bei der Hinrichtung berichtet und darauf hingewiesen, dass grausame Tötungen nach der Verfassung der USA verboten sind. Das “Image” Oklahomas sei durch die Berichterstattung (und nicht etwa durch die Hinrichtungen) beschädigt worden, meinte Christian, und deshalb sei Abhilfe geboten, zumal den Gegnern der Todesstrafe keine weiteren Argumente geliefert werden sollten ...

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