Rosaroter Panther zu Besuch in Beate Zschäpes Zelle

von Holger Schmidt

Zellenbesucherin von Beate Zschäpe

Die Geschichte klingt grotesk und ist doch wahr: Beate Zschäpe bittet in der Haft darum, mit einer anderen Gefangenen sprechen zu dürfen. Sie darf. Offenbar merkt keiner, dass diese Frau wird im Freundes- und Bekanntenkreis Pinky genannt wird und als Markenzeichen den Rosaroten Panther hat. Ist das in Anbetracht des “NSU-Videos” einfach nur geschmacklos und ein weiterer unglaublicher Zufall im “NSU-Verfahren”? Oder steckt mehr dahinter? Ich habe die Knast-Freundin, die inzwischen wieder in Freiheit ist, getroffen. Und habe danach mehr Fragen, als Antworten.

In München, am Stachus, treffe ich “Pinky” im Sommer vor der Pause im “NSU-Prozess” das erste Mal. Ihren Namen werde ich ich nicht nennen, das gehörte zu den Bedingungen für Treffen und Gespräch. Pinky ist erst wenige Tage in Freiheit. Ihr Freund kommt mit. “Tiger-Leggins und Jeansjacke” sagte sie mir vorher als Erkennungszeichen. Einen großen Koffer und Taschen erwähnt sie nicht. Mein Eindruck: Seit der Entlassung aus der Haft hat sie noch keine neue Heimat gefunden. Tatsächlich führt sie das Einwohnermeldeamt bis heute als “OFW”. Ohne festen Wohnsitz. Vor ihrer Haft war sie in einer betreuten Wohngruppe gemeldet. Auch dort nannte man sie “Pinky”, sagen mir Leute, die sie aus diese Zeit kennen. Doch nach der Haft meldet sie sich dort nicht mehr.

Hat sie Beate Zschäpe erst in der Haft kennengelernt? Ja, sagt mir “Pinky”. Nachprüfen kann ich es nicht. Es blitzt in ihren Augen, wenn sie von Beate Zschäpe spricht. Es wird deutlich: Sie bedeutet ihr viel. “Sie war wie eine Mutter für mich”, sagt Pinky. Beate Zschäpe ist sieben Jahre älter. Darauf weise ich sie hin: Kein sehr großer Unterschied, oder? Doch für Pinky ist Beate Zschäpe ein Vorbild, jemand, an dem man sich orientieren kann. Sätze, die ich aus Zeugenvernehmungen im “NSU-Prozess” kenne ...

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