Das “Ausbildungsgericht”

Ich führe derzeit diverse Verfahren vor einem bestimmten Amtsgericht. Dieses Gericht scheint, wie sich inzwischen herausgestellt hat, als eine Art Ausbildungsgericht für Nachwuchsrichter zu fungieren. Dort fangen ständig neue Richter als Berufsanfänger an, bleiben ungefähr ein Jahr und werden dann an ein anderes Gericht versetzt.

Das ist langfristig gesehen aus mehreren Gründen unangenehm. Zum Einen hat man es immer wieder mit absoluten Frischlingen auf der Richterbank zu tun, deren nachvollziehbare Hauptsorge es ist die mündliche Verhandlung halbwegs fehlerfrei über die Bühne zu kriegen und die Anträge richtig mit dem gerichtlich gestellten Diktiergerät aufzuzeichnen (was auch nicht immer klappt). Ein echtes Rechtsgespräch findet im Regelfall nicht statt.

Zum Anderen bedeutet es, jedesmal wenn sich ein Richter halbwegs mit dem Fall vertraut gemacht hat, wird das Verfahren an einen neuen (Frischlings-)Richter abgegeben. Dass der Neuedann die bisherige Rechtsauffassung seines Vorgängers teilt, ist dabei keineswegs sicher ...

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