BAG: Zur Darlegungs- und Beweislast überdurchschnittlicher Leistungen für Arbeitszeugnis

von Liz Collet

Wer hat in einem Arbeitsverhältnis die Darlegungs- und Beweislast dafür, ob ein Mitarbeiter überdurchschnittliche oder nur durchschittliche Leistung erbracht habe?

Und welcher Zeugnistext entspricht heutigem Verständnis im Wirtschafts- und Arbeitsleben einer durchschnittlichen, überdurchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Leistung?

Mit diesen Fragen hat das Bundesarbeitsgericht sich zu befassen, bei dem sich Parteien über die Gesamtbewertung der Leistung der Klägerin in einem Arbeitszeugnis streiten.

Grundsätzlich gilt, dass das Zeugnis verständlich und wohlwollend formuliert sein und die Angaben wahrheitsgemäß sein müssen. Und dass ein Arbeitnehmer ein Zeugnis bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder als Zwischenzeugnis während des laufenden Arbeitsverhältnisses mit einer durchschnittlichen Bewertung verlangen kann, ohne dass er hierfür näheres darzulegen hat.

Will der Arbeitnehmer ein besseres Zeugnis, ist er für überdurchschnittliche Führung, Kenntnisse, Fähigkeiten und Leistungen in der Darlegungspflicht und im Falle des Bestreitens durch den Arbeitgeber in der Beweispflicht. (Vgl. Urteil des Bundesarbeitsgericht vom 14.10.2003 – 9 AZR 12/03)

Die Klägerin war in der Zahnarztpraxis der Beklagten vom 1. Juli 2010 bis 30. Juni 2011 als Empfangsmitarbeiterin/Rezeptionsmitarbeiterin/Bürofachkraft beschäftigt.

Die Beklagte erteilte der Klägerin nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis. Nach dem Hinweis der Klägerin, dass dieses den Anforderungen an ein Zeugnis nicht genüge, erhielt sie ein geändertes Zeugnis ...

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