Brauchen wir überhaupt zertifizierte Mediatoren?

von Gerfried Braune

In der Gruppe Wirtschaftsmediation auf Xing hat Viktor Müller, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Mediation nicht ganz zu unrecht die Frage gestellt, wem die (immer noch nur im Entwurf vorliegende) Verordnung über die Ausbildung von zertifizierten Mediatoren überhaupt nützen soll.

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Zunächst einmal sollte die Zertifizierung von MediatorInnen eigentlich dem Klienten, der eine Mediation beginnen will, nutzen. Die Besonderheit des Mediationsgesetzes ist jedoch, das es keine Zertifizierungsstelle gibt, die die Qualität tasächlich prüft. Sie allein an der Dauer der Ausbildung und an vorgeschriebenen Inhalten festzumachen, ist sicherlich keine wirkliche Qualitätsgarantie (wobei man darüber streiten kann, was die Qualität der Mediation oder eines/r MediatorIn ausmacht). In den USA hat sich Mediation weitgehend durchsetzen können, obwohl dort keine einheitlichen Anforderungen an die Ausbildung von Mediatoren bestehen (teilweise reicht ein Wochenendkurs). Ein(e) gute(r) MediatorIn zeichnet sich im wesentlichen durch Soft-Skills und nicht durch Wissen aus. Soft-Skills wie gute Kommunkationsfähigkeiten lassen sich aber nur begrenzt oder kaum selbst in einer 120-stündigen Ausbildung lehren, da sie entscheidend auch von der Persönlichkeit bestimmt werden.

Den MediatorInnen nützt die Ausbidlungsverordnung zum zertifizierten Mediator auch recht wenig. Das hat einmal damit zu tun, dass sich jede(r) aus eigener Machtvollkommenheit als zertifizierte(r) MediatorIn bezeichnen kann (ob sie/er auch darf, ist eine andere Frage). Man könnte natürlich per Abmahnung dann die MediatorenkollegInnen auffordern, ihre Ausbildung, Fortbildung und Falldokumentationen vorzulegen ...

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