Vergewaltigung und andere Sexulastraftaten in den Medien

von Ulrich Dost Roxin
Das Öffentlichkeitsinteresse bei Vergewaltigung

Das Öffentlichkeitsinteresse für Strafverfahren mit Vorwürfen der Vergewaltigung und mit anderen Sexualstraftaten ist hoch. Das ist auch nachvollziehbar, denn sie gehören zu den besonders abscheulichen Verbrechen, die ein Mensch einem anderen Menschen antun kann.

Die Medienberichterstattung bei Vorwürfen der Vergewaltigung

Entsprechend dem hohen Öffentlichkeitsinteresse wenden sich die Medien diesem Thema auch regelmäßig zu. Inhaltlich gibt die Medienberichterstattung – jedenfalls aus meinem Blickwinkel – keinen wirklichen Einblick in die Strafverfahren. So werden oft die Persönlichkeiten der an der vermeintlichen Vergewaltigung beteiligten Personen ausgespart. Der Fokus der Berichterstattung liegt dann auf einer kurzen Darstellung des angeblichen Tatgeschehens. Manchmal scheint es so, als ob den Medien nur wichtig ist, ob ein Angeklagter ein Geständnis ablegt oder den Tatvorwurf abstreitet und welche Strafe ihn erwartet. Ein Beispiel dieser aus meiner Sicht sehr verkürzten Darstellungsweise fand sich gerade auf “Spiegel online“. Dort wurde über ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung am Landgericht Stade wie folgt berichtet:

“Stade – Ein 22-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Stade verantworten. Der Tischlergeselle soll eine Jugendliche und eine junge Frau vergewaltigt haben. Die Fahnder entdeckten bei ihm zudem ein Smartphone, auf dem sich zahlreiche Fotos beider Taten befanden. “Das belastet ihn natürlich zusätzlich”, sagte Gerichtssprecher Ulrich Ganzemüller. Auf einigen Fotos sei der junge Mann selbst erkennbar. Der Angeklagte hat für den nächsten Verhandlungstermin ein Geständnis angekündigt. “Er steht zu seinen Taten und wird alles dafür tun, das Verfahren abzukürzen”, sagte sein Verteidiger dem lokalen “Wochenblatt” ...

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