Einmal Straftäter, immer Straftäter?

von Mirko Laudon

Geht es nach der breiten Öffentlichkeit sollten Täter, die eine Straftat begehen, möglichst lange ins Gefängnis. Die Gesellschaft müsse dauerhaft vor diesen Straftätern geschützt werden. Dabei übersieht die öffentliche Diskussion allerdings, dass Straftäter weit seltener „rückfällig“ werden, als geheimhin angenommen – dies beweist eine Auswertung von rund einer Million Fälle.

Wirken juristische Sanktionen auch langfristig?

Wer wegen einer Straftat verurteilt wird, landet nicht immer im Gefängnis — aber auf jeden Fall im Bundeszentralregister (BZR), einer beim Bundesamt für Justiz in Bonn geführte Datenbank. Dieses Register wurde nun von Forschern der Universität Göttingen im Auftrag des Bundesjustizministeriums ausgewertet. Ihre Suche galt doppelten Einträgen, also Wiederholungstätern, die in den Jahren nach einer Straftat rückfällig werden.

Die Ergebnisse dieser bundesweit durchgeführten Rückfalluntersuchung sind in der Publikation „Legalbewährung nach strafrechtlichen Sanktionen“ nachzulesen: Nur 34 Prozent, also in etwa jeder dritte Straftäter, wird innerhalb von drei Jahren nach Verurteilung oder Entlassung aus der Haft erneut straffällig, innerhalb von sechs Jahren sind es 44 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Straffälligen begeht jedoch keine neue Straftat ...

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