Wunderheiler freigesprochen – Patienten fühlten sich nicht betrogen

von Stephan Weinberger

Mit einem Wunderheiler und dessen Tätigkeiten musste sich das Amtsgericht Gießen in einem Strafprozess auseinandersetzen. Dem Mann wurden Verstöße gegen das Heilpraktikergesetz sowie Betrug gegenüber seinen Kunden vorgeworfen. Dieser bot seine Dienste – in Zeitungsanzeigen annonciert – gegen Beschwerden wie Krebs, Demenz, Alzheimer, Körpervergiftung, Hepatitis oder HIV an.

Die Behandlung erfolgte zuerst mit einer Untersuchung des Gesundheitszustands verschiedener Organe mittels eines Pendel. Darauf folgte das Händeauflegen bei seinen Kunden. In bestimmten Fällen erfolgte auch eine “Fernheilung” durch das Telefon.
Im Zeitraum von ca. eines Jahres behandelte der Mann so 58 kranke Personen. Diese lieferten dafür eine Vergütung zwischen 60 und 1000 Euro.

Das Amtsgericht Gießen entschied nach Zeugenvernehmung, der Wunderheiler habe sich nicht des Betruges gegenüber seinen Patienten strafbar gemacht. Die “Patienten” bestritten, sich in irgendeiner Weise von dem Heiler betrogen oder getäuscht gefühlt zu haben, auch wenn es nur wenige Kunden waren, die “geheilt” worden sind. Der Mann sei vielmehr von seinen Kräften überzeugt; ein Täuschungsvorsatz könne ihm schon deshalb nicht vorgeworfen werden ...

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