Krankenkasse darf nicht nur Festpreis für Hörgeräte zahlen

von Thorsten Blaufelder

Kann nur ein höherwertiges, teures Hörgerät eine Schwerhörigkeit weitgehend ausgleichen, muss die Krankenkasse die Kosten hierfür grundsätzlich voll übernehmen. Die Kasse darf den Versicherten dann nicht auf den geringeren Festbetrag verweisen, den sie üblicherweise für Hörgeräte gewährt, entschied das Hessische Landessozialgericht (LSG) in Darmstadt in einem am Donnerstag, 04.09.2014, veröffentlichten Urteil (AZ: L 8 KR 352/11).

Geklagt hatte ein 51-jähriger Verwaltungsfachangestellter aus Nordhessen. Der Mann ist nahezu taub und benötigte ein neues Hörgerät. Der Hörgeräteakustiker empfahl ihm ein Gerät, mit dem er auch Telefongespräche führen kann, und schickte der Krankenkasse einen entsprechenden Leistungsantrag zu. Die Kosten beliefen sich auf rund 4.900,00 €.

Die Krankenkasse teilte dem 51-Jährigen mit, dass sie den Festbetrag für ein Hörgerät in Höhe von 1.200,00 € übernehme. Der Kläger kaufte dennoch das teure Hörgerät. Die Krankenkasse lehnte daraufhin die Erstattung des Differenzbetrages in Höhe von 3.700,00 € ab.

Das Sozialgericht gab der Kasse aus formalen Gründen noch recht. Der Schwerhörige habe das teure Hörgerät bereits gekauft, bevor er den ablehnenden Bescheid über die Erstattung des Differenzbetrages erhalten habe.

Das LSG sprach in seinem Urteil vom 24.07.2014 dem Kläger dennoch die volle Kostenerstattung für das Hörgerät zu ...

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