Diskriminierung durch Parodien

von Clemens Pfitzer

Bekannte Bücher, Filme und Musiktitel sind immer wieder Gegenstand von Parodien. Aber muss sich der Urheber des ursprünglichen Werkes das gefallen lassen, insbesondere wenn die Parodie diskriminierende Inhalte enthält? Der Europäische Gerichtshof hat diese Frage beantwortet.

Ein Herr Deckmyn, Mitglied der belgischen Partei Vlaamse Belang verteilte in Gent Kalender für das Jahr 2011. Auf der Vorderseite war eine Zeichnung abgebildet, die einer Zeichnung auf dem Deckblatt 1961 Willy Vandersteen geschaffenen Comichefts Suske en Wiske mit dem Titel „De Wilde Weldoener“ (Der wilde Wohltäter), dessen französische Fassung den Titel „La tombe hindoue“ trägt, ähnelte.

Die Originalzeichnung zeigte eine Symbolfigur der Comicreihe, mit einer weißen Tunika bekleidet und umgeben von Personen, die versuchten, Münzen aufzusammeln, die sie um sich warf. In der Zeichnung auf den Kalendern von Herrn Deckmyn wurde diese Figur durch den Bürgermeister der Stadt Gent ersetzt, während die die Münzen aufsammelnden Personen verschleiert und farbiger Hautfarbe waren.

Mehrere Erben von Herrn Vandersteen und Rechteinhaber an der Comicreihe, waren der Ansicht, dass der Kalender Urheberrechte verletzt und eine diskriminierende Aussage vermittelt, die sie nicht akzeptieren wollen.

Dagegen wandte Herr Deckmyn ein, es handele sich um eine urheberrechtlich zulässige Parodie ...

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