Rezension: 9/11 als Bildereignis – Zur visuellen Bewältigung des Anschlages.

von Christian Wickert

In Kooperation mit dem Surveillance Studies Blog veröffentlicht Criminologia Rezensionen von Bücher aus den Bereichen Überwachung & Kontrolle und Kriminologie.

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Titel: 9/11 als Bildereignis – Zur visuellen Bewältigung des Anschlages. Autorin: Anne Becker Jahr: 2013 Verlag: transcript ISBN: 978-3-8376-2443-4

Diese Rezension wurde verfasst von Florian Zappe, Berlin.

Anne Beckers Studie untersucht verschiedene Medienbilder der Anschläge vom 11. September 2001 im Hinblick auf ihre Rolle und Funktion bei der Konstruktion des Ereignisses als „Bildereignis“, sowie bei der Bewältigung der Anschläge im kollektiven Gedächtnis Amerikas.

Im ersten Teil ihrer Untersuchung zieht die Autorin zunächst wesentliche Vertreter der postmodernen Bild- und Medientheorie (Jean Baudrillard, Paul Virilio), heran, um den „11. September“ als ein globales, durch mediale Vermittlung erfahrenes „Bildereignis“ zu definieren. Hier kommt es zu einer in der (Medien)geschichte einmaligen „Irritation der Grenzen zwischen primärer und sekundärer Erfahrung“, durch die „die Bilder des 11. September 2001 ein globales Medienpublikum in bislang nicht gekannten Maße [affizieren]“ und „eine Weltgemeinschaft zu Augenzeugen des Schreckens machten“. (S. 24)

Dieser Schrecken weist, so Beckers These, wesentliche Charakteristika der aus der Ästhetik stammenden Kategorie des Sublimen bzw. Erhabenen, also des nicht mit Worten Beschreibbaren, auf. Gerade da, wo die Sprache angesichts der traumatischen Wirkung der Anschläge als Kommunikationsmedium versagt, beginnen Bilder ein wesentliche Rolle zu spielen. „Im Chaos des Ereignisses“, schreibt Becker, „ wird das Bild zum Vehikel, um Orientierung zu erlangen, und des Schreckens mithilfe des Festhaltens im Bildobjekt habhaft [Hervorhebung im Original] zu werden.“ (S ...

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