Grenzwand – Giebelwand – Nachbarwand - BGH stellt Duldungspflicht für Wärmedämmung fest

von Gerhard Ostfalk

Der BGH entscheidet, dass der Teilhaber einer gemeinsamen Giebelwand (Nachbarwand) Maßnahmen des angrenzenden Nachbarn – der ebenfalls Teilhaber der gemeinsamen Giebelwand ist – zur Wärmedämmung dulden muss.

Dem Fall, den der BGH zu entscheiden hatte, lag eine so genannte „Nachbarwand“ zugrunde. Das Gericht hat diese Nachbarwand als eine gemeinschaftliche Grenzeinrichtung im Sinne des § 921 BGB angesehen.

Der Streit war darüber entbrannt, ob der Kläger an dieser gemeinsamen Nachbarwand eine Wärmedämmung anbringen kann. Diese Wärmedämmung sollte also auf der Seite des Beklagten angebracht werden, der sich gegen die Anbringung des Wärmedämmverbundsystems zur Wehr gesetzt hatte.

Nachbarwand – Was ist das?

Die Nachbarwand unterscheidet sich von der Grenzwand dadurch, dass die Nachbarwand auf der Grenze steht und von beiden Nachbarn genutzt werden kann.

Grenzwand – Was ist das?

Die Grenzwand hingegen steht an der Grundstücksgrenze. Sie dient alleine dem Eigentümer, auf dessen Grundstücksgrenze sie vollständig steht.


Der BGH stellt fest, dass eine Nachbarwand sowohl nach ihrer objektiven Beschaffenheit, als auch nach der mit ihr von den Nachbarn verfolgten Zweckrichtung dazu bestimmt ist, von jedem der beiden Nachbarn in Richtung auf sein eigenes Grundstück, nämlich durch Anbau, nicht aber in Richtung auf das Nachbargrundstück benutzt zu werden.
Nach diesem Grundsatz wäre der Kläger also nicht berechtigt gewesen, das Wärmedämmverbundsystem auf der seinem Nachbarn zugewandten Seite anzubringen.

Das Gericht geht aber einen Schritt weiter und stellt fest, dass dennoch ein Anspruch nach
§ 745 Abs. 2 BGB bestehe. Denn die bauliche Maßnahme diene dem beiderseitigen Interesse der Eigentümer ...

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