Überkompensation bei Filesharingklagen

Die Klägerin gehört zu den führenden Tonträgerherstellern in Deutschland. Ihr stehen die ausschließlichen Nutzungsrechte für das Album „XXX“ der Künstlerin „M“ zu. Dieses Album enthält 15 Titel. Sie vergibt grundsätzlich keine Lizenzen in geringem Umfang, die sich insbesondere auf Privatverbraucher in sogenannten Filesharingbörsen beziehen. Sie vergibt nur Pauschallizenzen an Großabnehmer. So veranschlagt die Klägerin bereits für unbekannte Künstler einen pauschalen Lizenzbetrag in Höhe von 5.000 Euro für bis zu 7.000 Downloads. Der Lizenznehmer trägt dabei das Risiko, dass tatsächlich weniger als 7.000 Downloads stattfinden.

Der Beklagte ist ein privater Nutzer von Filesharingbörsen. Die Klägerin legt ihm zur Last, am 04.10.2009 um 15:57 Uhr das streitgegenständliche Musikalbum über das „Bittorent“-Filesharingnetzwerk heruntergeladen und es somit ohne die erforderliche Einwilligung im Internet verfügbar gemacht zu haben. Am 14.12.2009 mahnte die Klägerin den Beklagten mit einem vorgefertigten Schreiben ab, das dieser am 28.12.2009 unverändert so übernommen und unterzeichnet hat. Mit Email vom 08.01.2010 gab der Beklagte gegenüber der Klägerin an, die streitgegenständliche Datei in Form eines Songs zur Eigennutzung gedownloadet zu haben. Er hoffe auf ein Entgegenkommen der Klägerin. Die verfolgte die Angelegenheit erst am 21.05.2012 weiter.

Die Klägerin beantragt, den Beklagten zu einer Zahlung von 3.879,80 zu verurteilen. Die Summe berechnet sich aus einem von ihr errechneten Streitwert in Höhe von 50.000,00 Euro und setzt sich aus 2.500 Euro Schadenersatz sowie 1.379,80 Euro Lizenzanalogie zusammen.

Der Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen. Er macht eine Verwirkung der gemachten Ansprüche geltend. Am 29.12.2012 ist ihm der Mahnbescheid zugegangen, gegen den er rechtzeitig Widerspruch eingelegt hat.

Die Klage ist zulässig, jedoch nur teilweise begründet ...

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