Kostspieliger Mietwagen

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat mit Urteil vom 10. Februar 2014 (Az.: 13 U 213/11) entschieden, dass ein Geschädigter, der sein Fahrzeug nach einem Unfall durch eine Notreparatur soweit instand setzen lassen kann, dass er es bis zur Lieferung eines Ersatzfahrzeugs uneingeschränkt nutzen kann, keinen Anspruch auf Ersatz unverhältnismäßig hoher Mietwagenkosten hat.

Ein Rettungswagen, dessen Halter die Klägerin war, wurde bei einem durch einen Versicherten des beklagten Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherers verursachten Unfall beschädigt. Die Klägerin entschloss sich zur Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, da die Reparaturkosten knapp den Wiederbeschaffungswert überstiegen. Allerdings betrug dessen Auslieferungszeit fast drei Monate, in denen die Klägerin ein Mietfahrzeug fuhr. Infolge dessen entstanden Kosten in Höhe von täglich 890,- Euro. Nachdem das Ersatzfahrzeug endlich geliefert wurde, waren Mietwagenkosten von knapp 104.000 Euro entstanden, welche die Klägerin von dem Versicherer des Unfallverursachers ersetzt verlangte.

Jedoch wollte der Versicherer nur einen geringen Teil der Kosten übernehmen. Denn wie sich herausstellte, wäre eine Notreparatur des beschädigten Rettungswagens möglich gewesen, ohne dass dieser in seiner Nutzungsfähigkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigt worden wäre.

Nach Meinung des Versicherers wäre die Klägerin daher im Rahmen ihrer Schadenminderungs-Pflicht gemäß § 254 Absatz 2 BGB dazu verpflichtet gewesen, zunächst eine Notreparatur durchführen zu lassen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK