BAG: „Zahngoldentscheidung“

von Sebastian Böhm

Details Kategorie: Aktuelles zum Thema Arbeitsrecht Veröffentlicht am Donnerstag, 28. August 2014 15:56 Geschrieben von Rechtsanwalt Sebastian Böhm

Mit einer Entscheidung vom 21.08.2014 hat das Bundesarbeitsgericht zum dortigen Aktenzeichen 8 AZR 655/13 für Aufsehen gesorgt.

Das Aufsehen gründet sich aber mehr auf die ethisch-moralischen Fragen, die mit der Entscheidung aufgeworfen wurden, als die arbeitsrechtlichen Dimensionen.

Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass Arbeitnehmer eines Krematoriums Edelmetallrückstände, insbesondere Zahngold, die sie aus der Asche einer verbrannten Leiche entnommen haben, an ihren Arbeitgeber herauszugeben bzw. bei Unmöglichkeit Schadensersatz zu leisten haben. Hierzu sind sie in entsprechender Anwendung des Auftragsrechts nach §§ 667 BGB verpflichtet.

Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:

Die Klägerin ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und war bis 2009 Betreiberin eines Krematoriums.

Der Beklagte war von 1995 bis 2010 dort beschäftigt. Zunächst bediente er einige Jahre alleine die Einäscherungsanlage, bevor er im Wesentlichen Büroarbeiten durchführte und nur noch aushilfsweise bei Einäscherungen zugegen war.

Im Zuge eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens wegen schweren Bandendiebstahls, Störung der Totenruhe und Verwahrungsbruch wurde bekannt, dass Beschäftigte die Asche der Verstorbenen gezielt nach Gegenständen durchsucht hatten ...

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