Backup-Pflicht des Webhosters

Webhoster sind verpflichtet, auch dann Backups von den Webseiten ihrer Kunden zu machen, wenn dies im Host-Vertrag nicht ausdrücklich festgehalten wurde. Dies ergibt sich aus der für Webhoster geltenden Erhaltungs- und Obhutspflicht. Dieses Urteil fällte das Landgericht (LG) Duisburg in einem Streitfall zwischen einer Webseitenbetreiberin und ihrem Webhosting-Dienstleister.

Nachdem es zu einem Ausfall des Servers gekommen war, stellte sich beim Wiederaufbau der Homepage heraus, dass der Webdienstleister keine Backups von der Seite gemacht hatte. Die Erstellung solcher Backups war im Vertrag zwischen den Parteien nicht vereinbart worden. Als Entschädigung für die Erstellung einer neuen Webseite und die durch den Serverausfall bedingten Verluste forderte die Klägerin eine aus Schadensersatz und Nutzungsausfall zusammengesetzte Summe von insgesamt 8.500 Euro.

Der Webhosting-Dienstleister, im Folgenden auch Beklagte genannt, beantragte die Klage abzuweisen.

In ihrem Vortrag macht die Beklagte geltend, dass die Klägerin gegen die ihr obliegende Schadenminderungspflicht verstoßen habe. Diese hätte nämlich nicht bei ihr nachgefragt, ob sie noch über alte Datenbestände verfüge, die für eine neue Erstellung der Webseite hätten verwendet werden können. Da zumindest noch einige alte Datenbestände wie beispielsweise Grafiken hätten genutzt werden können, wäre eine komplette Neueinrichtung der Homepage nicht nötig gewesen.

Dieser Auffassung wurde von Seiten des Gerichts widersprochen. Wie das Gericht in seiner Urteilsbegründung ausführte, wäre es Sache der Beklagten gewesen, die Klägerin über das Vorhandensein noch verwendbarer Datenbestände zu informieren ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK