Aufnahme in die ENA: Gehorsam ist ein raues Geschäft

von Roseline Letteron

Lebhafter Dank gebührt den Chevaliers des Grands Arrêts dafür, dass sie auf ihrem Blog stadt- und weltweit die Themen im Öffentlichen Recht bekannt gegeben haben, die bei den drei Concours für die ENA gestellt wurden. Die drei Themen sind diese: für den ersten Concours, “Der Verwaltungsrichter, Richter der Wirtschaft”; für den zweiten, einen Beitrag zu den “Veränderungen in den Beziehungen zwischen Verwaltung und Verbrauchern, sowohl aus Sicht des Gesetzgebers als auch der Justiz”; für den dritten, “einen Vermerk zu verfassen zum Spielraum der öffentlichen Gewalt, die öffentlichen Freiheiten zu beschränken”.

Anscheinend technische Fragen des Verwaltungsrechts, die keines besonderen Kommentars bedürfen. Tatsächlich sind diese Themen einfach bewundernswert, in ihrer entwaffnenden Schlichtheit, in ihrer Transparenz zu der Auffassung, wie hohe Beamte ausgebildet werden sollten. Sicher kann man einwenden, dass es sich um Themen eines Wettbewerbs handelt, mit denen zuallererst die Kenntnisse der Kandidaten im öffentlichen Recht abgeprüft werden sollen. Zweifellos, aber sie enthüllen, prinzipiell einem engen Zirkel hoher Funktionäre vorbehalten, auch die dominante Kultur eines Milieus.

Erinnern wir uns, dass die ENA bei ihrer Entstehung (ordonnance du 9 octobre 1945) zum Ziel hatte, den Zugang zu hohen öffentlichen Ämtern zu demokratisieren. Im Geist von Michel Debré war die Schule unablösbar mit dem Betriff der Meritokratie verknüpft, und noch mehr dem des öffentlichen Dienstes. Die drei Themen zeigen jedoch etwas ganz anderes. Zunächst sind es drei Themen, weil es drei Concours sind, für drei Typen von Kandidaten, die sich nicht die gleichen Hoffnungen machen können und von denen die Auswahlkommission nicht absolut identische Qualitäten erwartet.

Der verwunschene Zirkel

Die Kandidaten des ersten Concours, die so genannten Externen, sind diejenigen, die den Königsweg beschreiten ...

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