Wenn die Staatsanwaltschaft sich einmal festbeißt…

von Carl Christian Müller

Mein Mandant hat den Eindruck, daß die Staatsanwaltschaft ihn auf dem sprichwörtlichen Kieker hat. In einem Verfahren zeigten er und seine Kontrahentin sich gegenseitig an. Der zuständige Oberstaatsanwalt erhob gegen meinen Mandanten Anklage. Das Verfahren gegen die Kontrahentin wurde sogleich eingestellt.

Die Hauptverhandlung, zu der besagte Kontrahentin als Zeugin geladen worden war, eröffnete das Gericht dagegen mit dem Hinweis, daß der Angeklagte möglicherweise gerechtfertigt gehandelt habe. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß sich letztlich die Zeugin ihm gegenüber in zivilrechtlich unzulässiger, möglicherweise letztlich auch strafbarer Weise verhalten habe. Der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft (nicht personengleich mit dem Oberstaatsanwalt) wies ausdrücklich darauf hin, daß er bei dem vorherigen Studium der Akte ebenfalls zu dieser Auffassung gelangt sei.

Es kam zum Freispruch, den die Staatsanwaltschaft – nun wieder durch besagten Oberstaatsanwalt – allerdings angefochten hat. Man wird sehen…

Einige Zeit später erstattete mein Mandant Strafanzeige gegen eine weitere Person. Er teilte in der Strafanzeige mit, davon auszugehen, daß sich diese Person strafbar gemacht habe und sich die strafbare Handlung aus einer – vom Mandanten mit Aktenzeichen bezeichneten – Verfahrensakte eines Amtsgerichts ergebe, welche die Staatsanwaltschaft bitte beiziehen möge ...

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