Kommerzielle Kanutouren im Naturschutzgebiet

Ist durch die erteilte Genehmigung zur Nutzung eines Gewässers für kommerzielle Kanutouren eine erhebliche Beeinträchtigung der Fischbestände zu erwarten, greift die Befreiung vom Verbot kommerzieller Bootsfahrten in das Fischereirecht der betroffenen Fischereigemeinschaft ein.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Minden in dem hier vorliegenden Fall der klagenden Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz Lügde e.V. Recht gegeben und einen Befreiungsbescheid aufgehoben, mit dem der Kreis Lippe unter Auflagen eine Nutzung der Emmer zwischen dem Schiedersee und der Stadtgrenze Lügde/Bad Pyrmont für kommerzielle Kanutouren zugelassen hatte. Das Tal der Emmer ist in dem Bereich durch die Landschaftspläne “Schwalenberger Wald” und “Lügde” als Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet ausgewiesen. Das kommerzielle Befahren der Emmer mit Booten ist nach den Bestimmungen der Landschaftspläne untersagt. Auf einen Antrag der beigeladenen Arbeitsgemeinschaft Kanutouristik OWL, in der sich mehrere Veranstalter kommerzieller Kanutouren zusammengeschlossen haben, hatte der beklagte Kreis Lippe eine Befreiung von dem naturschutzrechtlichen Verbot erteilt und unter Auflagen eine Nutzung zugelassen. Danach konnten bei einem vorgegebenen Mindestpegelstand von 80 cm am Pegel Schiedersee in der Zeit vom 01.04. bis 30.09. jeden Jahres begleitete Touren mit maximal 30 Booten pro Tag und insgesamt 80 Booten pro Saison durchgeführt werden. Durch weitere Nebenbestimmungen wurden Vorgaben für die Gestaltung der Touren und das Verhalten der Teilnehmer während der Fahrt gemacht ...

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