Amazon: Tricks mit Gutscheinen untersagt

Der Online-Versandhändler muss seine Gutscheinpraxis an ein Urteil des Landgerichtes München anpassen und Verbraucher künftig besser aufklären. Die bisherige Praxis der anteiligen Anrechnung von Gutscheinen beim Händler ist rechtswidrig, wenn die Kunden sie nicht eindeutig im Vorfeld erkennen können, urteilten die Münchner Richter. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, nachdem Amazon eine strafbewehrte Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet hatte.

Irreführende Gutschein-Praxis bei Amazon

Das Urteil richtet sich weder gegen die Gutscheine prinzipiell noch gegen die Anrechnungspraxis von Amazon, sondern zwingt den Händler vielmehr, die Kunden in Zukunft deutlich über diese Praxis aufzuklären. Den Umgang mit Gutscheinen muss Amazon dennoch nach diesem Urteil eindeutig ändern. Die baden-württembergischen Verbraucherschützer konnten dies vor Gericht durchsetzen. Im konkreten Fall ging es darum, wie ein Gutschein-Guthaben bei der Bestellung mehrerer Produkte angerechnet wird. Amazon rechnete bisher die Gutscheine, die vom Händler und seinen Partnern aus Kulanz und sehr häufig als Aktionsgutscheine an Kunden verteilt werden, bei den üblichen Sammelbestellungen anteilig auf die einzelnen Kaufpreise jedes Produktes an. Wenn nun ein Kunde ein einzelnes Produkt dieser Sammelbestellung zurück schickte, wurde ihm hierfür nicht der volle Kaufpreis erstattet. Amazon zog vielmehr anteilig den entsprechenden Anteil vom Gutschein auch bei Einhaltung des Mindestbestellwertes ab. Das hält die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg für eine Täuschung, weil die Bedingungen für die Verrechnung eines Gutscheins im Nachhinein verändert werden, und zwar zum Nachteil des Kunden. Dieser kann schließlich im Vorfeld nicht wissen, ob er einen Teil der Ware zurückschickt und wenn ja, welchen Teil zu welchem Preis ...

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