Ghostwriter muss Kohl-Tonbänder herausgeben

von Christopher A. Wolf

Das Oberlandesgericht Köln hatte im Rahmen eines Berufungsverfahrens zu entscheiden, ob ein Journalist die Entscheidungsbefugnis über den Inhalt von Tonbandaufzeichnungen und deren Verwendung nach Beendigung des Ghostwriter-Vertragsverhältnisses behält oder ob diese Rechte allein beim Interviewten liegen.

mashurov / Shutterstock.com

Ein Journalist wollte als “Ghostwriter” die Biographie des früheren Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl verfassen. Zu diesem Zweck führte er mehrere ausführliche Gespräche mit dem früheren Bundeskanzler, und zeichnete diese auf Tonband auf. Herr Dr. Kohl beendete jedoch das zwischen ihm und dem Journalisten bestehende Vertragsverhältnis vorzeitig und forderte von diesem die Herausgabe der im Besitz des Ghostwriters befindlichen Tonbänder.

Nachdem der Autor die Herausgabe verweigerte klagte der frühere Bundeskanzler vor dem LG Köln auf Herausgabe der Aufnahmen und bekam Recht. Mit dem vorliegenden Berufungsverfahren wehrte sich der Journalist nun gegen die erstinstanzliche Entscheidung. Die mit Herrn Dr. Kohl geführten Gespräche seien mit Interviews vergleichbar, welche ein Journalist zum Zwecke der Berichterstattung zu einem tagesaktuellen Geschehen führe und damit im Rahmen der Pressefreiheit geschützt und nicht herauszugeben.

Entscheidung des Gerichts

Mit Urteil vom 01.08.2014 – Az ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK