Absurde Anstalt: Haftentlassung dient nicht der Eingliederung

von kolja zaborowski

Der Mandant saß gerade eine kleine Freiheitsstrafe ab. In der Zeit davor hatte er einige Male den Aufenthaltsort gewechselt und sich nicht immer gleich angemeldet. Die Behörden winkten nun, als er wieder “greifbar” war, mit zwei kleinen Geldstrafen – insgesamt 595 € – aus älteren Verfahren, die noch offen waren. Finanziell sah es, dank der vorher gefrönten Spielsucht, mal wieder nicht so blendend aus. Es drohte also die Vollstreckung der “Geldstrafen” als Ersatzfreiheitsstrafen. So weit – so schlecht.

“Aber ich arbeite doch hier drinnen. Da müsste sich schon etwas angesammelt haben.” Die Kosten einer Haftunterbringung sind mit denen in einem 4-Sterne Hotel vergleichbar, der Komfort entgegen der gängigen Darstellung in der Boulevardpresse leider nicht. Da der Mandant die Gastfreundschaft des Hauses nicht länger aus unbedingt nötig in Anspruch nehmen wollte, machte er den sinnvollen Vorschlag, die Geldstrafen aus dem angesparten “Hungerlohn” zu zahlen. Dank 5%-iger Zulage für “ungünstige Umgebungseinflüsse” erhielt er ganze 240,92 € Arbeitslohn als Außenarbeiter in der Außenkolonne ...

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